Einen Beruf finden
Die Agenturen für Arbeit unterstützen behinderte Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufswahl. Berufsinformationszentren unterstützen durch Computerprogramme und Informationsfilme bei der Suche nach dem richtigen Beruf.
Den passenden Beruf zu finden ist eine sehr individuelle Aufgabe, die jeder letztlich – mit mehr oder weniger Unterstützung – entsprechend seinen Interessen und Fähigkeiten selbst beantworten muss. Eine Hilfe bei der Wahl eines Berufes können Diskussionen in der Schule und Praktika bieten. Neben den unerlässlichen eigenen Anstrengungen zur Berufswahl sollte man die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit mit ihren speziellen Angeboten für behinderte Menschen in Anspruch nehmen. Diese werden bei ihrer Arbeit von Ärzten, Psychologen und Technischen Beratern unterstützt. Berufsberatungen der Agenturen für Arbeit werden in Schulen und vor Ort in der Agentur angeboten. In jeder Agentur für Arbeit gibt es ein Berufsinformationszentrum (BIZ). Dort kann sich jeder über Berufe, Ausbildungswege und andere Themen der Berufswahl informieren. Hierfür stehen zum Beispiel Infomappen, Computerprogramme, Filme zu den Berufen, Zeitschriften und Bücher zur Verfügung.
Hilfe bei der Berufsorientierung
Die Agenturen für Arbeit unterstützen behinderte Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufswahl. Die Agentur für Arbeit kann darüber hinaus Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen fördern. Fällt die Entscheidung für einen Beruf trotz des großen Informationsangebotes noch schwer, kann bei behinderten Jugendlichen die berufliche Eignung abgeklärt oder eine Arbeitserprobung durchgeführt werden.
Berufseinstiegsbegleitung
Daneben soll die neue modellhaft erprobte professionelle Berufseinstiegsbegleitung die Eingliederungschancen auch behinderter und schwerbehinderter junger Menschen weiter verbessern. Diese wird seit Februar 2009 an 1.000 ausgewählten allgemeinbildenden Schulen beginnend ab der Vorabgangklasse durchgeführt.
Abklärung der beruflichen Eignung
Die Teilnahme an einer Abklärung der beruflichen Eignung ist für diejenigen Jugendlichen gedacht, die durch die Berufsberatung keine passende Ausbildung gefunden haben.
Arbeitserprobung
Ziel einer Arbeitserprobung ist es, herauszufinden, ob die Jugendlichen die Anforderungen einer bestimmten Ausbildung oder Tätigkeit bewältigen können. Junge Menschen mit Behinderung können typische Tätigkeiten eines Berufes oder eines Berufsfeldes kennenlernen und die eigenen Fähigkeiten, Stärken und Einschränkungen durch konkretes Ausprobieren herausfinden. Ferner kann geklärt werden, ob für den Ausbildungsplatz technische Hilfen oder besondere Unterstützung in der Berufsschule erforderlich sind.
Vorbereitung auf die Ausbildung
Zur Vorbereitung auf die Ausbildung und den Beruf gibt es Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sowie weitere Fördermaßnahmen. Diese bereiten die jungen Menschen individuell auf eine Ausbildung und den Beruf vor.
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Trotz der Bemühungen, bereits während der Schulzeit den Übergang in das Arbeitsleben zu thematisieren und die behinderten Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, verfügen nicht alle Schulabgängerinnen und -abgänger über die erforderliche Ausbildungsreife. Ihnen soll daher nach Ende der Schulzeit durch berufsvorbereitende Maßnahmen der Zugang zu Ausbildung und Arbeit ermöglicht werden. Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen bestehen aus auf den Einzelnen abgestimmte Qualifizierungsebenen. Die Bundesagentur für Arbeit führt diese Maßnahmen durch. Diese können generell zehn Monate dauern, für junge Menschen mit Behinderung in rehaspezifischen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen können sie bis zu 11 Monate dauern. Ziel dieser Maßnahmen ist, dass die Jugendlichen im Anschluss eine Berufsausbildung beginnen können. Eine Verlängerung auf 18 Monate ist möglich, wenn Ziel der Maßnahme die direkte Eingliederung in Arbeit ist.
Weitere Fördermaßnahmen für behinderte Menschen
- das Berufsvorbereitungsjahr an Berufsschulen vor allem für lernbehinderte junge Menschen
- das Berufsgrundbildungsjahr an Berufsschulen zur Erlangung einer Grundqualifikation in einem bestimmten Berufsfeld;
- die Blindentechnische und vergleichbare Grundausbildung.


