Fernsehen und Radio
Die Fernsehveranstalter haben in den vergangenen Jahren insbesondere die Videotextuntertitelung von Filmen, Serien und Live-Sendungen deutlich ausgebaut.
Fernsehen
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehveranstalter haben vor allem die Videotextuntertitelung und Audiodeskription – von Filmen, Serien und Live-Sendungen – verbessert. Die ARD hat sich in ihren Richtlinien zur Programmgestaltung zur Förderung des barrierefreien Zugangs zu ihrem Gemeinschaftsprogramm verpflichtet. Eine entsprechende Selbstverpflichtung hat sich auch das ZDF auferlegt. Bei den bestehenden Fernsehangeboten wird Gebärdensprachdolmetschung im Verhältnis zu Untertitelung erst selten eingesetzt. Im Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix kommen seit Sendestart Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher für die "Tagesschau" und das "heute-journal" zum Einsatz. Hinzu kommen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Angebote weiterer Sender, die teilweise auch als Videostream im Internet mit Gebärdensprachdolmetschung abgerufen werden können. Ständig aktualisierte Informationen zum Thema Untertitelung sowie eine Aufstellung der aktuell untertitelten Sendungen werden nach eigenen Angaben von ARD und ZDF auf den Videotextseiten der öffentlich-rechtlichen Sender (z.B. WDR Videotext-Seite 572) bereitgestellt.
Auch die privaten Rundfunkveranstalter, die – anders als die öffentlich-rechtlichen Sender – keine staatlichen Mittel erhalten, sondern ihre Kosten überwiegend durch Werbeeinnahmen finanzieren, halten im Rahmen des technisch und finanziell Möglichen zum Teil ausgewählte barrierefreie Angebote mit Untertitelungen vor. Informationen zu untertitelten Sendungen der privaten Anbieter können ebenfalls auf den Videotext-Seiten der Sender eingesehen werden (z.B. ProSieben und Kabel Eins Videotext Seite 148).
Auch die im Dezember 2007 in Kraft getretene EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste fordert eine Weiterentwicklung der Barrierefreiheit. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, die ihrer Rechtshoheit unterliegenden Mediendiensteanbieter darin zu bestärken, ihre Dienste schrittweise für behinderte Menschen zugänglich zu machen. Die Länder stehen dazu sowohl mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten als auch mit den privaten Anbietern regelmäßig im Kontakt.
Radio
Ein besonderes Radio-Sendeformat, das sich als Sprachrohr für die Belange behinderter Menschen versteht, ist der Internetradionsender "Radio4Handicaps". Unter dem Slogan "das Radio für barrierefreie Köpfe" werden über das Internet täglich spezielle Sendungen für Hörerinnen und Hörer mit und ohne Handicaps ausgestrahlt. Gesundheitstipps und spezielle Informationen für Menschen mit Behinderung sind Inhalte des Programms, welches sich in anderen Bereichen in keiner Weise von denen "normaler" Radiosender unterscheidet. Musiksendungen wechseln sich ab mit Reportagen und Interviews, aktuellen Informationen zu Gesetzen und Verordnungen, Produktvorstellungen, Veranstaltungstipps, Berichte über Behindertensport und vieles andere mehr. Neben dem Redaktions- und Moderatoren-Team gestalten die Hörerinnen und Hörer sowie kooperierende Behinderten-Vereine und -Verbände das Programm interaktiv mit. In Spartensendungen beantworten Experten die Fragen der Hörerinnen und Hörer. Über die Adresse www.r4h.de gelangen Sie zum Internetauftritt von Radio4Handicaps.


