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Gemeinsamer Unterricht

Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Organisationsformen und Vorgehensweisen aus. Diese reicht von einer vereinzelten Integration behinderter Schüler in allgemeinen Schulen bis hin zu einem umfassenden Ansatz des gemeinsamen Lernens.

Formen des Gemeinsamen Unterrichts

An einigen Schulen werden Schüler mit Behinderungen vereinzelt integriert, während andere Schule das gemeinsame Lernen zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Schulprogramms gemacht haben. Manche Schulen unterrichten junge Menschen mit (fast) jeder Behinderung im gemeinsamen Unterricht, andere Schulen sind auf die Integration von Schüler mit einer besondere Behinderungsart spezialisiert. Zwar sind die meisten Schulen mit einem gemeinsamen Unterrichtsangebot Regelschulen mit ganz überwiegend nicht behinderten Schüler. Es gibt jedoch auch (ehemalige) Förderschulen, die sich für nicht behinderte Schüler geöffnet haben, Außenklassen von Förderschulen an Regelschulen, Kooperationsklassen u.v.m. Gemeinsamer Unterricht findet statt in staatlichen wie privaten Schulen, an Waldorfschulen, Internatsschulen – und in der kleinen Grundschule im Nachbardorf.

Gemeinsamer Unterricht kann zielgleich oder zieldifferent sein: Beim zielgleichen Unterricht sollen alle Schüler/innen einer Klasse das gleiche Lernziel erreichen, ggf. erhalten Schüler mit Behinderungen bei Prüfungen etc. hier Anspruch auf einen Nachteilsausgleich. Im zieldifferenten werden die Lernziele für jeden Schüler individuell festgelegt.

Sonderpädagogische Förderung

Viele Schüler mit Behinderungen benötigen eine besondere, auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Förderung. Diese Unterstützung wird im Gemeinsamen Unterricht auf sehr unterschiedliche Art und Weise realisiert. An manchen Schulen sind Sonderpädagogen jederzeit in den Klassen präsent, an anderen Schulen unterstützen sie stundenweise als Schüler mit Förderbedarf. Sonderpädagogen können fester Bestandteil des Kollegiums einer Schule sein oder z. B. von einem Förderzentrum aus verschiedene Schulen regelmäßig besuchen. Schüler mit Behinderung können zur individuellen Förderung auch teilweise getrennt von ihrer Klasse unterrichtet werden.

Integration – Inklusion

Wurde bis vor einigen Jahren jegliche Form des gemeinsamen Lernens als integrativer Unterricht bezeichnet, wird in Wissenschaft und Praxis zunehmend nach dem Grad der Einbeziehung der Bedürfnisse der behinderten Schüler in den schulischen Alltag zwischen Integration und Inklusion unterschieden. Vereinfacht dargestellt bedeutet Inklusion eine verbesserte, optimierte und erweiterte Integration. Eine integrative Schule gliedert ein behindertes Kind in den auf nicht behinderte Kinder ausgerichteten Schulalltag ein während eine inklusive Schule von vorneherein für alle Kinder offen ist (unabhängig von Behinderung, Herkunft usw.).

Beachten sollten Eltern bei der konkreten Bildungsentscheidung für ihr Kind jedoch, dass weder Integration noch Inklusion geschützte Begriffe sind. Eine Schule kann sich also nur integrativ nennen, während sie tatsächlich bereits einen inklusiven Ansatz verfolgt.

Recht auf gemeinsamen Unterricht?

Die Schulgesetze vieler Länder sehen einen Vorrang des gemeinsamen Unterrichts vor einer gesonderten Beschulung vor. Soweit möglich sollen auch junge Menschen mit Behinderungen eine Regelschule besuchen.  Einen unbedingten Rechtsanspruch auf gemeinsamen Unterricht gibt es derzeit (noch) in keinem Bundesland.

Auch das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das von Deutschland Anfang 2009 ratifiziert wurde, sieht in Artikel 24 das gemeinsame Lernen als Regelfall vor. Einen individuellen Rechtsanspruch für behinderte Kinder und deren Eltern enthält das Übereinkommen jedoch ebenfalls nicht. 

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