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Telefon

Seit dem 1. Januar 1998 gibt es in Deutschland kein Telefonmonopol mehr. Stattdessen bieten verschiedene Anbieter Dienstleistungen rund ums Telefon an.

Allgemeines

Ob ermäßigte Tarife für Menschen mit Behinderungen vorhanden sind, erfährt man am besten bei den jeweiligen Telefongesellschaften. Die Deutsche Telekom bietet weiterhin freiwillig Vergünstigungen an. Diese Vergünstigungen werden auf alle Verbindungen angerechnet, die über analoge oder ISDN-Anschlüsse der Deutschen Telekom geführt werden. Die Vergünstigungen können auch zusätzlich mit Wunschtarifen kombiniert werden. Für Menschen mit einer Hörbehinderung oder einer schweren Körperbehinderung bietet die Deutsche Telekom besondere technische Telefoneinrichtungen an.

Den Sozialtarif erhalten Kunden und Kundinnen sowie die in ihrem Haushalt lebenden Angehörigen, wenn ihr Anschluss auf die Deutsche Telekom voreingestellt ist und die genannten Personen

  • von der Rundfunkgebührenpflicht befreit sind,
  • Ausbildungsförderung aufgrund des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) erhalten oder
  • eine Blindheit, eine Gehörlosigkeit oder eine Sprachbehinderung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 90 aufweisen.

Relay-Vermittlungsdienst für hör- und sprachbehinderte Menschen

Nach § 45 Telekommunikationsgesetz (TKG) sind die Belange behinderter Menschen bei der Planung und Erbringung von Telekommunikationsdiensten für die Öffentlichkeit besonders zu berücksichtigen. Insbesondere ist ein Vermittlungsdienst für gehörlose und hörgeschädigte Menschen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse einzurichten. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) stellt den allgemeinen Bedarf hinsichtlich Umfang und Versorgungsgrad dieses Vermittlungsdienstes unter Beteiligung der betroffenen Verbände und der Unternehmen fest. Zur Sicherstellung des Vermittlungsdienstes ist die Bundesnetzagentur befugt, den Unternehmen Verpflichtungen aufzuerlegen.

Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V. (DG) und die Deutsche Telekom AG (DTAG) haben seit Anfang 2005 gemeinsam das Pilot-Projekt "TeSS" zur Errichtung des Vermittlungsdienstes durchgeführt. Für die Durchführung des Projektes wurde im März 2005 die Tess Relay-Dienste GmbH gegründet. Das Projekt war befristet bis zum 31.12.2008. In dieser Zeit wurde ein bundesweiter Vermittlungsdienst erfolgreich aufgebaut.

Beim Vermittlungsdienst geht es im Grundsatz darum, durch die Dolmetscherleistung der Gebärdensprachdolmetscher bzw. Schriftdolmetscher die Behinderung des gehörlosen oder hörgeschädigten Menschen auszugleichen. In seiner Grundform funktioniert der Vermittlungsdienst wie folgt:

Eine gehörlose oder hörgeschädigte Person baut mit einem PC, der mit einer Kamera ausgestattet ist, über eine Breitbanddatenverbindung eine Videoverbindung zum Gebärdensprachdolmetscher des Vermittlungsdienst auf. Der Gebärdensprachdolmetscher wählt den gewünschten Teilnehmer an und übersetzt die Gebärdensprache des Gehörlosen und Hörgeschädigten gegenüber dem angerufenen Teilnehmer in Lautsprache. Ebenso übersetzt der Dolmetscher die gesprochenen Gesprächsanteile des angerufenen Teilnehmers in Richtung Gehörlosen oder Hörgeschädigten in Gebärdensprache. Beim Einsatz eines Schriftdolmetschers wird lediglich eine Datenverbindung zur Übermittlung hergestellt. Der Schriftdolmetscher übersetzt dann die empfangenen Daten in Lautsprache bzw. Schriftsprache.

Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2008 auf Grundlage des § 45 TKG die nötigen Verfügungen getroffen, damit der Vermittlungsdienst ab dem 01.01.2009 in den laufenden Regelbetrieb überführt werden konnte. Gehörlose und hörgeschädigte Menschen können nun über jeden Festnetz- oder Mobilfunkanschluss anrufen bzw. von dort auch angerufen werden. Die Telefonnummern von Tess finden sie hier:

Auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird der Vermittlungsdienst im Jahr 2009 mit einer Anschubfinanzierung unterstützt und die Forschung für innovative Technologien auf diesem Gebiet gefördert.

Zusatzinformationen

Haben Sie Fragen?

Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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