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Internet

Das Internet ist heute als Informations- und Kommunikationsmedium ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Es sollte jedem Menschen die Möglichkeit geboten werden bei Vorhandensein entsprechender technischer Ausrüstung mit einem Computer und dem Webbrowser das Internet zu nutzen. Mit der Einführung des Behindertengleichstellungsgesetzes sind Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen des Bundes technisch so zu gestalten, dass sie von Menschen mit Behinderungen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können.

Allgemeines

In Deutschland leben über 8 Millionen Menschen mit Behinderung. Rund 80% dieser Menschen benutzen das Internet. Betrachtet man die ganze Bevölkerung, so nutzen inzwischen ca. 52% regelmäßig das Internet. Besonders bei den Menschen mit Blindheit, einer Sehbehinderung, einer Bewegungseinschränkung oder chronischer Krankheit ist die Nutzung und Akzeptanz dieses Mediums überdurchschnittlich. Auch immer mehr ältere Menschen nutzen das Internet. Diese Personengruppe wird angesichts des demographischen Wandels weiter wachsen. Ein barrierefreier Internetauftritt gewinnt dadurch an noch größerer Bedeutung.

Das Internet ist aber noch nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich. Oftmals können ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung sowie ungeübte Nutzerinnen und Nutzer nur mit großer Mühe und hohem Zeitaufwand an die gewünschten Informationen im Internet gelangen. Die Internetnutzerinnen und Nutzer mit Behinderung erwarten:

  • einen einfachen, örtlich und zeitlich uneingeschränkten Zugang zu Informationen,
  • einen möglichst Hard- und Softwareunabhängigen Zugang,
  • eine umfangreiche Suchfunktion,
  • Webseiten, die einfach, übersichtlich, gut strukturiert und verständlich geschrieben sind.

Blinde Menschen können mittels Screenreader und Brailletastatur genauso mit dem Computer arbeiten, wie sehende Menschen. Blinde und stark sehbehinderte Menschen haben jedoch ganz spezielle Anforderungen an die Gestaltung einer Webseite, z.B. bei der Navigation über Texte und Abschnitte der Webseite sowie beim Kontrast. Auch sollten Fotos und Grafiken mit Texten unterlegt sein, so dass der Screenreader in der Lage ist, das Bild oder die Grafik zu beschreiben. Gehörlose Menschen erreicht man am besten mit der Einbindung von Gebärdensprachvideos während für Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung Texte in einfacher oder leichter Sprache hilfreich sind.

Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BITV)

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) verpflichtet Behörden des Bundes und Behörden, die Bundesrecht ausführen, ihre Internet- und Intranetseiten barrierefrei zu gestalten. Auf Grund des § 11 Abs. 1 Satz 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes hat das Bundesministerium des Innern (BMI) im Einvernehmen mit dem damaligen Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) am 17. Juli 2002 die „Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz“, kurz Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV), erlassen. Die BITV soll gewährleisten, dass behinderte Menschen die Informationen aller öffentlicher Internetauftritte und -angebote von Bundeseinrichtungen grundsätzlich uneingeschränkt nutzen können.

Die Verordnung richtet sich nur an die Behörden des Bundes. In sogenannten Zielvereinbarungen nach dem BGG kann aber festgelegt werden, dass auch Unternehmen und Unternehmensverbände der verschiedenen Wirtschaftsbranchen ihre Internetauftritte für Menschen mit Behinderung zugänglich gestalten sollen. Dabei empfiehlt es sich, Internet-Agenturen für die Gestaltung barrierefreier Internetseiten zu beauftragen. Geeignete Agenturen finden sich im Internet, z. B. über das AbI-Projekt oder den Biene Award bzw. Biene-Wettbewerb.

Überprüfung und Überarbeitung der BITV

Drei Jahre nach ihrem Inkrafttreten war die BITV auf ihre Wirkung hin zu überprüfen. Die Evaluation wurde in Form von Fragebögen vorgenommen, die sich zum einen an die Bundesbehörden, die die Verpflichtung zur Umsetzung der Verordnung haben, zum anderen an die Behindertenverbände richteten.

Die Umfrage bei den Bundesbehörden ergab für die BITV, dass intensiv an der barrierefreien Gestaltung der Internetauftritte gearbeitet wird. Probleme bei der Umsetzung gab es z. B. bei Datenbankanwendungen und der Gestaltung von barrierefreien pdf-Dokumenten. Von Seiten der Verbände wurde die Verordnung grundsätzlich positiv bewertet, es gab jedoch umfangreiche Handlungs- und Verbesserungsvorschläge: insbesondere angemerkt wurde, dass eine Anpassung der BITV an den aktuellen Stand der Technik erforderlich sei und die besonderen Belange hör-, lern- und geistig behinderter Menschen stärkere Berücksichtigung in der Verordnung finden sollten. Nachdem die Evaluierung einen Überarbeitungsbedarf angezeigt hat, wurde im hierfür zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Jahr 2008 mit der Überarbeitung der BITV begonnen.

Am 11. Dezember 2008 wurden auch die internationalen Zugänglichkeitsrichtlinien für Webinhalte in der Version 2.0 (Web Content Accessibility Guidelines 2.0, kurz WCAG 2.0) verabschiedet. Sie bilden den gemeinsam anerkannten internationalen Standard zur Erstellung barrierefreier Webseiten. Die überarbeitete BITV 2.0 stützt sich – wie schon die vorherige BITV – im Wesentlichen auf die internationalen Zugänglichkeitsrichtlinien für Webinhalte in der Version 2.0. Die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung über den Entwurf einer BITV 2.0 wurde eingeleitet. Am 22. September 2011 ist die neue Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung, kurz BITV 2.0, dann in Kraft getreten.

Die neue Verordnung löst die bislang geltende BITV ab. Übergangsweise gelten jedoch noch die Regelungen der BITV fort. Bei der Neugestaltung und bei größeren Umgestaltungen von Internetauftritten und -angeboten der Bundesbehörden ist die BITV 2.0 spätestens ab dem 23. März 2012 zu beachten. Für bestehende Angebote sind weitere, gestaffelte Fristen vorgesehen.

Die neue Verordnung sieht unter anderem vor, dass die Bundesbehörden Informationen für gehörlose und hörbehinderte sowie lern- und geistig behinderte Menschen in Deutscher Gebärdensprache sowie in Leichter Sprache zur Verfügung stellen. Dies sollen insbesondere Informationen sein

  • zu wesentlichen Inhalten des Auftritts bzw. zu den Angeboten der Behörde,
  • zur Navigation im Webauftritt sowie
  • falls vorhanden, zu weiteren, im Auftritt verfügbaren Informationen in Deutscher Gebärdensprache bzw. in Leichter Sprache.

Weitere Informationen zur BITV 2.0 erhalten Sie hier.

Barrierefrei kommunizieren!

Barrierefrei kommunizieren! engagiert sich für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Menschen mit und ohne Behinderungen mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.

Unter anderem werden behinderungskompensierende Techniken und Technologien, die es behinderten Menschen ermöglichen sollen, sich die Welt des Computers und des Internets zu erschließen in einer Online-Datenbank gesammelt. Die Datenbank dient Betroffenen, Angehörigen, Betreuern und Betreuerinnen als Orientierungshilfe und Leitfaden.

Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI)

Menschen mit Behinderungen sind häufig von der Benutzung des Internets wegen völlig unnötiger Barrieren ausgeschlossen. Daher haben sich Behindertenverbände und Experten im Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) zusammengeschlossen. Das AbI-Projekt wurde zwar 2010 abgeschlossen, aufgrund der guten und effektiven Zusammenarbeit und des erfolgreichen Aufbaus eines Netzwerks haben sich die Beteiligten allerdings darauf verständigt, das „Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik“ (AbI) als Netzwerk von Verbänden, Institutionen und anderen, an der Weiterentwicklung eines barrierefreien Internets Interessierten, aufrecht zu erhalten und weiterhin zu kooperieren.

Barrierefrei informieren und kommunizieren (BIK)

Barrierefrei informieren und kommunizieren (BIK) ist ein auf drei Jahre ausgelegtes Projekt. Es wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Ziele des Projektes sind die barrierefreie Information und Kommunikation sowie die Webangebote besser zugänglich zu machen. Dadurch sollen die Arbeitsplatzchancen von Menschen mit Behinderung verbessert werden. BIK ist ein Gemeinschaftsprojekt deutscher Blinden- und Sehbehindertenverbände und der DIAS GmbH. Die Verbände sind Träger der BIK-Beratungsstellen. Bei der DIAS ist die Projektkoordination angesiedelt. Auf der Startseite (http://www.bik-online.info/) wird über Aktuelles informiert, z. B. über die Aktivitäten von BIK.

Web ohne Barrieren nach Paragraph 11 im Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (wob11)

Web ohne Barrieren (wob) informiert umfassend über das Thema Barrierefreie Informationstechnik mit dem Schwerpunkt barrierefreies Internet. Hier erhalten Sie zum einen Hilfestellungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit. Zum anderen gibt es auf der Internetseite Informationen über Gesetze, die sowohl in Deutschland die barrierefreie Informationstechnik fördern als auch internationale Aktivitäten in diesem Bereich aufzeigen.

Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten (BIENE)

Mit dem Biene Award bzw. Biene-Wettbewerb zeichnen die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen seit 2003 die besten deutsch-sprachigen Webangebote aus. Die Wettbewerbsbeiträge durchlaufen ein mehrstufiges Verfahren und werden anschließend von einer Jury nach bestimmten Kriteriengruppen zur Barrierefreiheit gekürt. Die Preisträger sind hier aufgeführt.

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Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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