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Reisen mit dem Flugzeug

Die Rechte von mobilitätsbeeinträchtigten Personen wurden zuletzt durch eine neue EG-Verordnung gestärkt. Die internationalen Sicherheitsvorschriften sowie die räumlichen Voraussetzungen der Flugzeuge erfordern für Menschen mit eingeschränkter Mobilität jedoch mitunter einigen Aufwand, um letztlich sicher und komfortabel fliegen zu können.

Rechte für Flugreisende mit Mobilitätseinschränkungen in Europa

In der Europäischen Gemeinschaft gelten seit dem 26. Juli 2008 aufgrund der Verordnung (EG-Verordnung 1107/2006) einheitliche Bestimmungen, die behinderten oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen deutlich verbesserte Rechte einräumen. Reiseveranstalter und Luftfahrtunternehmen dürfen bei Flügen von oder zu einem europäischen Flughafen die Buchung oder Beförderung von Personen wegen einer Behinderung oder wegen des Alters grundsätzlich nicht ablehnen. Flughäfen, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind zu bestimmten Unterstützungs- und Informationsleistungen, die ihnen die Vorbereitung und die Durchführung einer Flugreise erleichtern, verpflichtet. Die durchgehende Betreuung mobilitätseingeschränkter Flugreisender von der Ankunft am Flughafen bis zum Abflug ist ohne zusätzliche Kosten für die Betroffenen sicherzustellen. Die Fluggesellschaften sind u.a. grundsätzlich verpflichtet, bei Flügen, die in der EU beginnen oder enden, kostenlos Mobilitätshilfen – einschließlich elektrischer Rollstühle mit auslaufsicherer Batterie - oder Begleithunde zu befördern. Sie haben sich auf Wunsch nach besten Kräften um eine Sitzvergabe entsprechend den Bedürfnissen des jeweiligen behinderten Menschen, vorbehaltlich der Sicherheitsanforderungen und Verfügbarkeit, zu bemühen.

Um diese Betreuung zu gewährleisten und damit sie ihre Flugreise ohne unnötige Unannehmlichkeiten und Zeitverlust durchführen können, ist ihre Mitwirkung erforderlich. Bis spätestens 48 Stunden vor Abflug müssen sich behinderte Flugreisende bei der Fluggesellschaft oder beim Reiseveranstalter anmelden. Es ist zudem erforderlich, dass sich Reisende rechtzeitig zum vorgegebenen Zeitpunkt am Flughafen an den dort ausgewiesenen Kontaktpunkten einfinden. Wenn sie möchten, wird ihnen bei der Abfertigung geholfen und sie werden bei den Sicherheitskontrollen begleitet.

Für mobilitätsbehinderte Fluggäste liegen die Probleme zumeist in der eingeschränkten Bewegungsfreiheit in den Flugzeugen. Dieses Manko kann durch die EG-Verordnung nicht behoben werden. Die EG-Verordnung stellt bezüglich der Anforderungen an die Barrierefreiheit von Flugzeugen keine Vorgaben auf.

Beschwerdestelle

Sollten Sie feststellen, dass Ihre Rechte für Flugreisende mit Mobilitätseinschränkungen missachtet wurden, können Sie dies der Leitung des Flughafens oder dem betreffenden Luftfahrtunternehmen mitteilen. Wenn nach Reklamationen keine zufriedenstellende Lösung erreicht wurde, haben Sie die Möglichkeit, bei den von den Mitgliedstaaten benannten Beschwerde- und Durchsetzungsstellen Beschwerde einzureichen. Für die deutschen Flughäfen und für Flüge von Fluggesellschaften, die von deutschen Flughäfen abgehen, ist das Luftfahrtbundesamt (LBA) in Braunschweig zuständig. Das LBA hat entsprechend der europäischen Vorgaben eine Beschwerdestelle eingerichtet.

Platzreservierung und Bordtoiletten

Insbesondere für Menschen, die auf die Nutzung eines Rollstuhles angewiesen sind, kann sich die Reservierung bestimmter Plätze sowie das Erreichen der Bordtoiletten von Fall zu Fall besonders schwierig gestalten. Aufgrund der räumlichen Situation ist die Bewegung an Bord der Flugzeuge lediglich mit einem sogenannten Bordrollstuhl möglich. Spätestens beim Ein- oder Ausstieg wird man in einen Bordrollstuhl umgesetzt und gelangt somit zu oder von seinem Platz. Dieser Rollstuhl stammt aber zumeist vom Flughafen. Die Fluggesellschaften selbst führen während des Fluges bei Kurz- und Mittelstrecken oftmals keine eigenen Bordrollstühle mit. Dies hat zur leidigen Folge, dass die Benutzung der Bordtoiletten für Rollstuhlbenutzerinnen und -benutzer auf diesen Strecken nicht möglich ist.

Auf Langstreckenflügen ist zumeist ein entsprechender Bordrollstuhl vorhanden. Hier bieten viele Fluggesellschaften den Betroffenen auch an, die etwas geräumigeren Toiletten der Business-Class zu benutzen. Bei neuen Flugzeugen, wie z.B.beim Großraumflugzeug Airbus A 380, obliegt es den Fluggesellschaften, den Einbau behindertengerechter Toiletten einzuplanen.

Tipp: Versuchen Sie Ihre Flüge so früh wie möglich zu buchen. Setzen sie sich rechtzeitig vor Abflug, spätestens aber 48 Stunden vor Abflug und ggf. mit Hilfe ihres Reisebüros, mit der ausgewählten Fluggesellschaft über ihre speziellen Bedürfnisse in Verbindung. Informieren sie sich auf der Webseite ihres Abflughafens über die Einrichtungen, Serviceangebote sowie Kontaktstellen. Machen sie sich vor dem Flug mit den Sicherheitsbestimmungen vertraut, insbesondere bei Benutzung eines elektrischen Rollstuhls. Die Batterien müssen über einen versiegelten Auslaufschutz verfügen, um zur Beförderung zugelassen zu werden. Mit Nassbatterien betriebene Rollstühle dürfen nicht im Flugzeug mitgeführt werden.

Barrierefreiheit auf Flughäfen in Deutschland

Die Informationsangebote für Fluggäste mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität auf den Webseiten der Flughäfen lassen sich in den meisten Fällen mit nur wenigen Mausklicks recht leicht auffinden. Beim Flughafen Münster/Osnabrück sind die Informationen für behinderte Menschen beispielsweise unter dem Button "Service" nach dem zweiten Mausklick leicht aufzufinden. Zusätzlich werden die Informationen auch in englischer und niederländischer Sprache angeboten. In einigen anderen Fällen sind diese Informationen über die Navigation der Webseite etwas schwieriger zu finden. Auch gibt es Unterschiede hinsichtlich des Informationsgehaltes. Sie finden die Informationen ihres Abflug- oder Ankunftsflughafens in Deutschland über die Länderkarte auf dieser Webseite.

Deutsche Fluggesellschaften

Die Informationen auf den Internetseiten der Fluggesellschaften über besondere Angebote, Flugauskünfte, und Buchungsmöglichkeiten für Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität oder Behinderung unterscheiden sich teils erheblich. Sie finden im folgenden einen Überblick ausgewählter Fluggesellschaften.

Fluggesellschaften anderer Länder

Zusammenschlüsse und Netzwerke von Fluggesellschaften

Die Netzwerke der Fluggesellschaften informieren hauptsächlich über die im Verbund erbrachten Flugstrecken unter gemeinsamer Flugnummer, Anschlussverbindungen und Bonussammlungen (z.B. Miles&More) für Vielflieger und Geschäftsreisen. Zu beachten ist, dass auf den Web-Portalen der Airline-Netzwerke oftmals keine einzelnen Informationen für Fluggäste mit eingeschränkter Mobiltität zu finden sind. Hierzu müssen Sie die Webseite der Fluggesellschaft besuchen, mit der sie ihren Flug durchführen.

Das Netzwerk Skyteam (Air-France und andere Fluggesellschaften) hat auf seinem Portal dargestellt, dass es in Bezug auf den Service gegenüber Fluggästen mit eingeschränkter Mobilität eine gemeinsame Unternehmenspolitik gibt. Die in Skyteam vertretenen Fluggesellschaften sind an dieser Stelle verlinkt zu den jeweiligen Seiten auf ihren Homepages, wodurch Informationen für behinderte und mobilitätsbeeinträchtigte Personen in den meisten Fällen einfach und mit nur einem Mausklick auffindbar sind.

Zusatzinformationen

Haben Sie Fragen?

Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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