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Reisen mit dem Bus

Busreisen können für Menschen mit Behinderung aufgrund der oftmals nicht barrierefreien Ausstattung der Reisebusse problematisch sein. Im Folgenden werden Hinweise gegeben, an wen sich Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen wenden können, um Busreisen durchzuführen, die auf die Belange von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind.

Barrierefreie Reisebusse

Viele Menschen mit eingeschränkter Mobilität wollen genauso Reisen unternehmen, wie auch Menschen ohne Mobilitätseinschränkungen. Ungefähr zwei Millionen Urlaubsreisen werden pro Jahr von Touristen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gebucht. Dabei sind sie neben barrierefreien Hotels und Gaststätten auch auf behindertengerechte Beförderungsmittel, wie die Bahn, das Flugzeug oder den Bus, angewiesen.

Busreisen, wie mehrtätige Fahrten zum Urlaubsziel im In- oder Ausland, Tagesausflüge oder Städtetouren, sind insbesondere bei älteren Menschen sehr beliebt und werden zunehmend in Anspruch genommen. Eine barrierefreie Ausstattung der Busse trägt dazu bei, dass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Behinderungen uneingeschränkt mit dem Bus reisen können.

Barrierefreie Busse haben z.B.:

  • Hebevorrichtungen oder Auffahrrampen für eine optimale Zugänglichkeit mit dem (Elektro-) Rollstuhl,
  • spezielle Sitzplätze für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer,
  • barrierefreie Toiletten,
  • angenehmen Sitzkomfort mit Beinfreiheit,
  • große Panoramafenster,
  • einige (wenige) Busse verfügen über Steckdosen, so dass beispielsweise Beatmungsgeräte angeschlossen werden können.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen hat in Zusammenarbeit mit der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo) ein nach Bundesländern geordnetes Verzeichnis der Busunternehmer herausgegeben, die über barrierefreie Reisebusse verfügen. Dieses Verzeichnis steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung: Verzeichnis barrierefreier Reisebusse in Deutschland.

Regelungen der Europäischen Union

Seit dem 1. März 2013 gelten innerhalb der Europäischen Union im Busverkehr u. a. spezielle Fahrgastrechte für behinderte Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen (vgl. Verordnung (EU) Nr. 181/2011).

Bei Linienverkehren ab 250 km Wegstrecke gelten insbesondere folgende Fahrgastrechte:
• Es besteht ein Anspruch auf eine Beförderung ohne Aufpreis.
• Es kann eine Begleitperson kostenlos mitgenommen werden, wenn durch deren Hilfeleistung Sicherheitsvorschriften erfüllt oder Barrieren beim Fahrzeug oder z. B. an den Haltestellen überwunden werden können, die ansonsten eine Beförderung des behinderten oder mobilitätseingeschränkten Fahrgastes verhindert hätten.
• Kostenlose Hilfeleistung im Bus und an Busbahnhöfen, an denen eine besondere Hilfeleitung für behinderte Menschen vorgesehen ist. Derzeit sind solche Hilfeleistungen an den Zentralen Omnibusbahnhöfen in Hamburg und Mannheim vorgesehen. Die erforderliche Hilfeleistung sollte unbedingt 36 Stunden vorher angemeldet werden.
• Es besteht ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung, wenn Mobilitätshilfen beschädigt werden oder abhanden kommen und dies der Busunternehmer oder der Busbahnhofbetreiber verursacht hat. Diese müssen außerdem jede Anstrengung unternehmen, um rasch vorübergehendem Ersatz zu beschaffen.
• Grundsätzlich müssen alle relevanten und allgemeinen Fahrgastinformationen behinderten und mobilitätseingeschränkten Fahrgästen zugänglich sein.
Bei Linienverkehren unter 250 km Wegstrecke (auch im ÖPNV) gelten die Fahrgastrechte nur eingeschränkt, nämlich:
• Es besteht ein Anspruch auf eine Beförderung ohne Aufpreis.
• Es besteht ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung, wenn Mobilitätshilfen beschädigt werden oder abhanden kommen und dies der Busunternehmer oder der Busbahnhofbetreiber verursacht haben.
• Grundsätzlich müssen alle relevanten und allgemeinen Fahrgastinformationen behinderten und mobilitätseingeschränkten Fahrgästen zugänglich sein.
Wer der Auffassung ist, dass die Fahrgastrechte nicht beachtet worden sind, kann eine Beschwerde an das Eisenbahn-Bundesamt richten, das als nationale Durchsetzungsstelle für die Einhaltung der Fahrgastrechte zuständig ist. Voraussetzung ist, dass man sich vorher erfolglos an den Beförderer gewandt hat.

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Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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