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Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

Die meisten Informationen zum Thema Rehabilitation gelten auch für die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen. Allerdings gib es einige Besonderheiten, die im nachfolgenden Text erläutert werden.

Beantragung einer stationären medizinischen Rehabilitation

Für die Leistungen der stationären Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen sind zum Teil sowohl die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als auch die gesetzlichen Krankenkassen gleichrangig zuständig – sofern die medizinischen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen bei beiden Rehabilitationsträgern erfüllt sind. Leisten muss dann der Reha-Träger, bei dem die medizinische Rehabilitation beantragt worden ist.

Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung erbringen Leistungen der stationären medizinischen Rehabilitation für Kinder von in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten, wenn hierdurch voraussichtlich eine erhebliche Gefährdung der Gesundheit beseitigt, eine erheblich beeinträchtigte Gesundheit wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann und die vorliegende Erkrankung voraussichtlich Auswirkungen auf die spätere Erwerbsfähigkeit des Kindes hat. Die Erkrankungen, bei denen die gesetzliche Rentenversicherung diese Leistung übernimmt, sind in einem speziellen Katalog festgelegt:

  • Krankheiten der Atemwege
  • Allergische Krankheiten
  • Hautkrankheiten
  • Herz- und Kreislaufkrankheiten
  • Leber-, Magen- und Darmkrankheiten
  • Nieren- und Harnwegskrankheiten
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Entzündliche und nichtentzündliche Krankheiten des Bewegungsapparates
  • Neurologische Erkrankungen
  • Psychosomatische und psychomotorische Störungen, Verhaltensstörungen
  • Übergewicht in Verbindung mit weiteren Risikofaktoren und anderen Erkrankungen
  • Adipositas (Body-Mass-Index oberhalb der 97. Perzentile)

Da bei der gesetzlichen Rentenversicherung der Kindbegriff aus dem Waisenrentenrecht maßgebend ist, können Kinder von Versicherten bis zum vollendeten 27. Lebensjahr die erforderlichen Rehabilitations-Leistungen erhalten, sofern sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden. Von den Trägern der Rentenversicherung werden diese Leistungen in der Regel für vier Wochen bewilligt, die bis zu sechs Wochen verlängert werden können. Eine Begleitperson wird für Vorschulkinder grundsätzlich als erforderlich angesehen. Bei älteren Kindern können diese Kosten aus medizinischen Gründen übernommen werden. Werden von der Rentenversicherung die Kosten für die Begleitperson übernommen, dann schließt diese Zusage die erforderlichen Reisekosten (unter anderem auch einen gegebenenfalls entgangenen Verdienst) sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in der Rehabilitationseinrichtung mit ein.

Es besteht auch die Möglichkeit zur Übernahme von Kosten für eine Haushaltshilfe. Diese kann zum Beispiel notwendig werden, wenn wegen der Begleitung des Kindes während der gesamten Rehabilitationsleistung ein Geschwisterkind (unter zwölf Jahren) im Haushalt verbleibt und dann die zusätzliche Versorgung des Geschwisterkindes durch eine weitere im Haushalt lebende Person nicht gesichert ist.

Für eine Kinderrehabilitation muss keine Zuzahlung geleistet werden.

Nähere Auskünfte erteilt der zuständige Träger der Rentenversicherung.

Die gesetzlichen Krankenkassen erbringen für in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Kinder und Jugendliche (damit sind auch familienversicherte Kinder und Jugendliche gemeint) sowohl stationäre als auch ambulante Leistungen der medizinischen Rehabilitation. Diese müssen notwendig sein, um eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern. Eine Eingrenzung auf bestimmte Erkrankungen gibt es nicht. Kinder von Versicherten können grundsätzlich bis zum 25. Lebensjahr die erforderlichen Rehabilitationsleistungen erhalten, sofern sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden. Die gesetzlichen Krankenkassen erbringen diese Leistungen für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in der Regel für vier bis sechs Wochen, nach Vollendung des 14. Lebensjahres regelmäßig für einen Zeitraum von drei Wochen mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Wenn es aus medizinischen Gründen notwendig ist, wird auch die Mitaufnahme einer Begleitperson bewilligt. Weitere Informationen gibt das Bundesministerium für Gesundheit, bzw. die zuständige Krankenkasse.

Rehabilitation bei Bezug von Arbeitslosengeld II und/oder Sozialgeld

Während einer stationären medizinischen Rehabilitation werden das Arbeitslosengeld II und/oder das Sozialgeld ohne Kürzung weiter gezahlt. Dies gilt für stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, solange der Aufenthalt dort nicht länger als sechs Monate dauert. Da weder die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung noch die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel eine so lange andauernde stationäre Leistung der medizinischen Rehabilitation bewilligen, erhalten Kinder und Jugendliche, die vor Durchführung der stationären Rehabilitation einen Anspruch auf Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II hatten und weiterhin haben, diese Leistungen ungekürzt auch während der stationären Rehabilitation.

Sollten Kinder oder Jugendliche für die Teilnahme an einer stationären medizinischen Rehabilitation zusätzliche Kleidung, wie zum Beispiel Sportkleidung, benötigen, wird dieser Bedarf vom gesetzlich festgelegten Regelbedarf für Bezieher von Arbeitslosengeld II und deren Kinder abgedeckt. Der für die Beschaffung von Sportkleidung notwendige Betrag wird von der Bundesagentur für Arbeit darlehensweise zur Verfügung gestellt, sofern er nicht im Rahmen des Regelbedarfs gedeckt werden kann. Dies ist im Einzelfall mit dem zuständigen Träger der Grundsicherung zu klären.

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