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Werkstätten gliedern sich in Eingangsverfahren, Berufsbildungs- und Arbeitsbereich. Das Eingangsverfahren bietet Werkstatt und behinderten Menschen die Möglichkeit, sich und die Arbeit kennen zu lernen. Im Berufsbildungsbereich werden die Teilnehmer persönlich und beruflich gefördert

Die Werkstätten für behinderte Menschen gliedern sich in Eingangsverfahren, Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich.

Eingangsverfahren

Das Eingangsverfahren hilft den Teilnehmenden, sich einen ersten Eindruck von der Werkstatt zu verschaffen. Es wird festgestellt, ob die Werkstatt für behinderte Menschen überhaupt geeignet ist, um den Betreffenden einzugliedern oder seine Leistungsfähigkeit weiter zu entwickeln. Außerdem wird geprüft, welche Bereiche der Werkstatt in Frage kommen und ob bzw. welche ergänzenden Leistungen im Einzelfall noch erforderlich sind. An Hand dieser Feststellung wird schließlich ein Eingliederungsplan, der die Fähigkeiten und Fertigkeiten des behinderten Menschen und Ziele für den anschließenden Förder- und Bildungsprozess enthält, entwickelt.

In der Regel dauert dieses Eingangsverfahren drei Monate. Es kann jedoch auf auf bis zu vier Wochen verkürzt werden, wenn die erforderlichen Feststellungen in der kurzen Zeit getroffen werden können. Das Eingangsverfahren ist seit der Einführung des SGB IX im Juli 2001 Regelleistung in Werkstätten. Finanziert wird es durch den zuständigen Rehabilitationsträger.

Berufsbildungsbereich

Im Berufsbildungsbereich werden Einzelmaßnahmen und Lehrgänge durchgeführt, um die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben zu verbessern. Ziel dieser Maßnahmen ist, dass sie spätestens nach Teilnahme an den Berufsbildungsmaßnahmen in der Lage sind, wenigstens ein Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung zu erbringen.

Das Angebot im Berufsbildungsbereich soll ermöglichen, dass den Teilnehmern ein passendes Angebot gemacht werden kann, das

  • die Art oder Schwere ihrer Behinderung,
  • ihre Leistungsfähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten sowie
  • ihre Eignung und Neigung

berücksichtigt.

Auch die persönliche Weiterentwicklung und ganz praktische Angebote werden hier berücksichtigt. So z. B. geht es darum, das Selbstwertgefühl der Teilnehmenden zu steigern und das Sozial- und Arbeitsverhalten zu fördern und grundsätzliche Verhaltens- und Umgangsformen zu entwickeln und zu stärken. Dazu gehören auch das Erlernen sozialer Normen und Werte wie:

  • Pünktlichkeit,
  • Ordnung,
  • Körperpflege,
  • Gesundheitspflege,
  • Kleidung,
  • Essen und Trinken,
  • Verkehrserziehung,
  • Umgang mit Geld

In der Regel gliedern sich die Lehrgänge in einen Grund- und Aufbaukurs und dauern jeweils 12 Monate. Nach dem Grundkurs wird ein Bericht erstellt, der die Leistungsfähigkeit bewertet und Entwicklungsmöglichkeiten darstellt. Der Bericht wird im Fachausschuss, dem Beratungsgremium von Werkstatt und Vertretern aus Arbeitsagentur und Sozialhilfeträger, besprochen. Wenn die Leistungsfähigkeit des Teilnehmers weiter gefördert werden kann, soll der zuständige Rehabilitationsträger auch den Aufbaukurs bewilligen.

Arbeitsbereich

Nach dem Berufsbildungsbereich wechseln die Teilnehmer in den Arbeitsbereich der Werkstatt. Die Beschäftigung im Arbeitsbereich ist unbefristet. Der Arbeitsbereich ist auf die Abwicklung der Produktionsaufträge und die Erbringung der Dienstleistungen der Werkstatt für behinderte Menschen ausgerichtet. Die Werkstatt soll über ein möglichst breites Angebot an Arbeitsplätzen mit weitgehender Entsprechung zum allgemeinen Arbeitsmarkt verfügen. Sie soll gleichzeitig den unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Potenzialen der behinderten Menschen soweit wie möglich Rechnung tragen. Arbeitsbegleitend sollen die Werkstätten geeignete Maßnahmen durchführen, die die Leistungsfähigkeit erhalten oder erhöhen sowie der Persönlichkeitsentwicklung dienlich sind.

Wesentliche Aufgabe der Werkstätten ist, den behinderten Menschen den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dies sollen sie durch geeignete Maßnahmen fördern. Geeignete Maßnahmen sind z. B.:

  • Betriebspraktika,
  • Übergangsgruppe,
  • Entwicklung individueller Förderpläne,
  • Trainingsmaßnahmen sowie
  • die zeitweise Beschäftigung auf ausgelagerten Arbeitsplätzen.

Fachkräfte und begleitende Dienste

Im Arbeitsbereich ist eine Fachkraft für eine Gruppe von 12 behinderten Mitarbeitern verantwortlich. Diese Fachkräfte besitzen eine sonderpädagogische Zusatzausbildung und sind für die Qualität der Endprodukte und die Entwicklung der Persönlichkeit der Werkstattbeschäftigten zuständig. Die Fachkräfte sollen möglichst aus dem handwerklichen oder industriellen Bereich stammen und zusätzlich der pädagogischen Aufgabe gewachsen sein. In vielen Werkstätten werden die Fachkräfte von Personen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten, unterstützt.

Den Fachkräften stehen begleitende Dienste zur Seite. Sie helfen, die Maßnahme und entsprechende Förderung zu konkretisieren oder bieten praktische Hilfe in Konfliktsituationen. Begleitende Dienste übernehmen die pädagogische, soziale und medizinische sowie psychologische Betreuung der behinderten Beschäftigten. Für 120 Werkstattbeschäftigte soll ein Sozialpädagoge bzw. Sozialarbeiter zur Verfügung stehen. Inwieweit in der Werkstatt pflegerische, therapeutische und andere Fachkräfte notwendig und einzusetzen sind, ist mit dem zuständigen Rehabilitationsträger abzustimmen. Die medizinische Betreuung durch einen Arzt muss vertraglich sichergestellt sein.

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Bei fachlichen Fragen haben Sie die Möglichkeit uns telefonisch zu erreichen oder auch eine Anfrage mit dem dafür vorgesehenen Formular zu stellen.

Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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