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Grundsicherung für Arbeitsuchende

In welcher Höhe werden diese Leistungen gewährt?

Erwerbsfähige Leistungsberechtigte und ihre Angehörigen erhalten jeweils einen maßgebenden Regelbedarf, der das soziokulturelle Existenzminimum sichert. Aber das ist nicht alles. Das Arbeitslosengeld II enthält Zahlungen für die angemessene Miete und Heizung sowie für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Hinzu kommen gegebenenfalls Mehrbedarfe, einmalige Leistungen sowie Bildungs- und Teilhabeleistungen für Kinder und Jugendliche.

Die Geldleistungen werden in pauschalierter Form als monatliches Gesamtbudget im Voraus gezahlt.

Regelbedarf:

Alleinstehende, Alleinerziehende und Arbeitsuchende, deren Partner unter 18 ist, erhalten 404 Euro pro Monat (Stand 1. Januar 2016). Sind beide Partner volljährig, bekommen beide jeweils 364 Euro monatlich. Der Regelbedarf beinhaltet alle Ausgaben des täglichen Lebens, wie z.B. für Lebensmittel, Kleidung, Telefon und Strom und Anschaffungen. Für Kinder der Altersgruppe 0 bis 5 Jahre beträgt die Regelbedarf 237 Euro. Für die Altersgruppe der 6 bis 13 jährigen Kinder wurde ein maßgebender Regelbedarf in Höhe von 270 Euro monatlich ermittelt. Für Jugendliche ab dem 14. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres werden 306 Euro monatlich berücksichtigt. Für volljährige Jugendliche, die im Haushalt der Eltern leben und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist ein maßgebender Regelbedarf von 324 Euro vorgesehen.

Miete und Heizung:

Die Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende übernehmen mit der monatlichen Auszahlung des Arbeitslosengeldes II auch die tatsächlichen angemessenen Kosten für Miete und Heizung für die gesamte Bedarfsgemeinschaft. Dazu gehören auch die Kosten für Kaltwasser und Abwasser. Um Mietschulden zu begleichen, können Arbeitsuchende ein Darlehen erhalten, wenn sonst der Verlust der Wohnung droht.


Für die Übernahme der Kosten besteht eine grundsätzliche Bedingung: Der Wohnraum muss angemessen sein. Was die Grundsicherungsträger als angemessen einstufen, ist regional unterschiedlich. Deshalb ist auch geregelt, dass für die Prüfung der Angemessenheit einer Wohnung oder eines Hauses die kommunalen Träger vor Ort zuständig sind. In der Regel gelten 45 bis 50 Quadratmeter für eine Person, 60 Quadratmeter bzw. zwei Zimmer für zwei Personen, 75 Quadratmeter bzw. drei Zimmer für drei Personen und 85 bis 90 Quadratmeter beziehungsweise vier Zimmer für vier Personen als angemessen. Eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus sind bis 130 Quadratmeter in der Regel angemessen. Neben der Wohnfläche werden darüber hinaus das örtliche Mietniveau und die Möglichkeiten des örtlichen Wohnungsmarktes berücksichtigt. Die kommunalen Träger haben für die Prüfung der Angemessenheit örtliche Verwaltungsvorschriften erarbeitet, in denen in der Regel auch vereinbart ist, dass unter Berücksichtigung besonderer Lebensumstände wie einer Behinderung höhere Angemessenheitsgrenzen gelten.


Nur selten müssen Arbeitslosengeld II-Empfänger umziehen. Lässt es sich nicht vermeiden, haben sie bis zu sechs Monate Zeit. Die Kosten des Umzugs und die Mietkaution werden erstattet. Verstreicht die Frist von sechs Monaten, entscheidet das Job-Center, ob es nur noch den angemessenen Anteil der Unterkunftskosten überweist.
Ein Beispiel zum Haushaltseinkommen mit Arbeitslosengeld II finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. (www.bmas.de)

Zuschüsse neben der Regelleistung:

Um finanzielle Härten beim Übergang vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II zu vermeiden, Bildungs- und Teilhabeleistungen einmalige Leistungen oder Zahlungen als Mehrbedarf.

Bildungs- und Teilhabeleistungen für

  • Eintägige und mehrtägige Ausflüge in Schule und Kita: Die Kosten für eintägige und mehrtägige Ausflüge werden auf Antrag von der Kommune im Jobcenter übernommen.
  • Schulbedarf: Damit bedürftige Kinder mit dem persönlichen Schulbedarf ausgestattet sind, wird den Familien zwei Mal jährlich ein Zuschuss gezahlt, zu Beginn des Schuljahres 70 Euro und im Februar 30 Euro – insgesamt 100 Euro.
  • Schülerbeförderung: Insbesondere wer eine weiterführende Schule besucht, hat oft einen weiten Schulweg und ist auf Beförderungskosten angewiesen. Werden sie nicht anderweitig abgedeckt, etwa durch Dritte und kann die Übernahme aus dem maßgebenden Regelbedarf nicht zugemutet werden, werden die erforderlichen tatsächlichen Aufwendungen erstattet. Hierbei gilt in der Regel eine zumutbare Eigenbeteiligung in Höhe von 5 Euro monatlich.
  • Lernförderung: Bedürftige Schülerinnen und Schüler können Lernförderung in Anspruch nehmen, wenn nur dadurch das Lernziel erreicht werden kann. Voraussetzung ist, dass die Schule den Bedarf bestätigt und keine vergleichbaren schulischen Angebote bestehen.
  • Mittagessen in Kita und Schule: Einen Zuschuss für das gemeinsame Mittagessen gibt es dann, wenn Schule und Kita ein entsprechendes Angebot bereithalten. Für die Eltern verbleibt ein Eigenanteil des Kindes von 1 Euro pro Mittagessen, sofern nicht auch dieser Betrag durch kommunale Zuschüsse erstattet wird.
  • Kultur, Sport, Mitmachen: Bedürftige Kinder sollen in der Freizeit nicht ausgeschlossen sein, sondern bei Sport, Spiel und Kultur mitmachen. Deswegen wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres monatlich ein Budget in Höhe von bis zu 10 Euro bereitgestellt, das zum Beispiel für eine Mitgliedschaft im Sportverein oder für die Musikschule eingesetzt werden kann.können Arbeitsuchende zwei Jahre lang einen befristeten Zuschlag bekommen. Der Zuschlag beträgt zwei Drittel aus dem Unterschiedsbetrag von Arbeitslosengeld I plus Wohngeld und dem zustehenden Arbeitslosengeld II einschließlich Sozialgeld.

Einmalige Leistungen:

Auf Antrag können die Jobcenter einmalige Leistungen gewähren. Möglich sind Zahlungen beispielsweise, wenn ein Haushalt zu gründen ist, die Geburt eines Kindes bevor steht oder wenn die Anschaffung und Reparatur von orthopädischen Schuhen erforderlich ist. Diese einmaligen Leistungen können auch für Leistungsberechtigte erbracht werden, die keine laufenden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erhalten, jedoch ihr Einkommen für den besonderen Bedarf beispielsweise für die Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt nicht ausreicht. Im Einzelfall können für besonders unabweisbare Bedarfe Darlehen gewährt werden.

Mehrbedarf:

Manche Leistungsberechtigte haben grundsätzlich mehr Bedarf, z.B. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf eine besondere Ernährung achten müssen. Erwerbsfähige Behinderte erhalten einen Mehrbedarf von 35 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, wenn sie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten. Schwangere haben ab der 13. Schwangerschaftswoche einen Anspruch auf einen Mehrbedarf von 17 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs. Bei Alleinerziehenden ist die Höhe des Mehrbedarfs abhängig vom Alter und der Anzahl der Kinder.

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Info-Telefon für Menschen mit Behinderungen 030 221 911 006

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