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Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Was passiert, wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit nicht mehr ausüben können und für eine Altersrente noch zu jung sind? Für diesen Fall kann eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit das Einkommen ganz oder teilweise ersetzen, sofern die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht ist.

Hinzuverdienst bei Erwerbsminderung

Allgemeines

Die Höhe des Verdienstes beeinflusst die Höhe der Erwerbsminderungsrente, wenn die jeweils geltenden Hinzuverdienstgrenzen überschritten werden. In Abhängigkeit vom erzielten Hinzuverdienst wird eine Rente wegen Erwerbsminderung in voller Höhe, in anteiliger Höhe oder überhaupt nicht mehr gezahlt. Die Hinzuverdienstgrenzen für eine Teilrente werden individuell berechnet. Die Höhe der jeweiligen Hinzuverdienstgrenzen bestimmt sich nach dem versicherten Entgelt in den letzten drei Kalenderjahren vor Eintritt der Erwerbsminderung. Die Hinzuverdienstgrenze für eine volle Erwerbsminderungsgrenze beträgt 450 Euro monatlich.

Die Hinzuverdienstgrenze, die mit dem „normalen“ Verdienst eingehalten wird, darf zweimal pro Kalenderjahr überschritten werden, allerdings nur bis zum doppelten Wert. Wird die Grenze für eine volle Rente wegen dem Hinzuverdienst überschritten, aber die Grenze für eine der möglichen anteiligen Renten eingehalten, so zahlt der Rentenversicherungsträger die anteilige Rente ohne Antrag.
Wenn zu einem späteren Zeitpunkt wieder weniger verdient und die Hinzuverdienstgrenze für die volle Rente oder eine höhere Teilrente eingehalten wird und die medizinischen Voraussetzungen weiterhin vorliegen, erhält der Versicherte wieder die höhere Rente. Die Änderung des Hinzuverdienstes ist dem Rentenversicherungsträger mitzuteilen.

Wurde vor der Erwerbsminderung zuletzt in einem Minijob gearbeitet oder wurde gar kein Einkommen erzielt, so zählt nicht die individuelle, sondern die Mindesthinzuverdienstgrenze. Sie gilt für alle Personen, die in den letzten drei Kalenderjahren weniger als die Hälfte des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten erzielt haben.

Als Hinzuverdienst gelten das monatliche Bruttoentgelt, der monatliche steuerrechtliche Gewinn, vergleichbares Einkommen (zum Beispiel Abgeordnetenbezüge), Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung, Vorruhestandsgeld oder Lohnfortzahlung sowie bestimmte Sozialleistungen beziehungsweise Lohnersatzleistungen. Bei Lohnsatzleistungen ist als Hinzuverdienst das zugrunde liegende Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen zu berücksichtigen.

Jede Erwerbstätigkeit ist dem Rentenversicherungsträger zu melden. Die Höhe der individuellen Hinzuverdienstgrenze und welche Einkommensarten als Hinzuverdienst berücksichtigt werden, sollte beim Rentenversicherungsträger erfragt werden.

Stellt sich die Frage nach dem zulässigen Hinzuverdienst, so wird zwischen den verschiedenen Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit unterschieden.

Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (auch bei Berufsunfähigkeit)

Bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und auch bei Berufsunfähigkeit wird bereits berücksichtigt, dass die Rentnerin oder der Rentner im Rahmen des verbliebenen Leistungsvermögens noch berufstätig sind, beispielsweise in einer Teilzeitbeschäftigung.
In Abhängigkeit vom erzielten Hinzuverdienst wird eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung in voller Höhe oder in Höhe der Hälfte geleistet. 

Wurde vor der Erwerbsminderung zuletzt in einem Minijob gearbeitet oder wurde gar kein Einkommen erzielt, gilt ebenfalls die Mindesthinzuverdienstgrenze.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Ein Hinzuverdienst bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung ist nur im begrenzten Umfang möglich. Die Rente wegen voller Erwerbsminderung wird in voller Höhe, in Höhe von drei Vierteln, in Höhe der Hälfte oder in Höhe eines Viertels geleistet.

Die Hinzuverdienstgrenze für eine volle Rente beträgt 450 Euro monatlich.

Wurde vor der Erwerbsminderung zuletzt in einem Minijob gearbeitet oder wurde gar kein Einkommen erzielt, gilt ebenfalls die Mindesthinzuverdienstgrenze.  

Rente wegen Berufsunfähigkeit

Die Rente wegen Berufsunfähigkeit ist zum 01. Januar 2001 weggefallen. Versicherte, die eine „alte“ Rente wegen Berufsunfähigkeit erhalten, können ebenfalls noch etwas hinzuverdienen.

Voraussetzung ist, dass weiterhin Berufsunfähigkeit vorliegt. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit wird je nach Verdienst in voller Höhe, in Höhe von zwei Dritteln oder in Höhe von einem Drittel gezahlt. 

Rente wegen Erwerbsunfähigkeit

Die Rente wegen Erwerbsunfähigkeit ist zum 1. Januar 2001 weggefallen.
Vorausgesetzt, es liegt weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit vor, so wird die Rente bei einem monatlichen Einkommen von bis zu 450 Euro in voller Höhe weitergezahlt.
Wird der Grenzbetrag überschritten, wird die Rente in Höhe der niedrigeren Rente wegen Berufsunfähigkeit je nach Hinzuverdienst voll oder anteilig gezahlt.

Bei Ausübung einer selbständigen Tätigkeit, liegt unabhängig vom Gesundheitszustand und der Höhe des Einkommens keine Erwerbsunfähigkeit mehr vor.

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